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"Quelle: YouTube" - reicht das?

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    "Quelle: YouTube" - reicht das?

    Die Frage beschäftigt mich schon lange.

    Im TV oft zu sehen: Ausschnitte aus YouTube Videos in redaktionellen Beiträgen - unten steht zu lesen: "Quelle: YouTube"

    Reicht diese Angabe, um Auszüge aus YouTube Videos in eigenen Beiträgen verwenden zu können? Gibt es da vielleicht eine Unterscheidung zwischen redaktionellen, kommerziellen oder privaten Videos als Kriterium?

    Danke schon mal!

    #2
    Ich bin kein Rechtsanwalt, aber meines Erachtens ist "Quelle: Youtube" ebenso ungenügend wie es bei einem literarischen Zitat die Angabe "Quelle: Stadtbücherei" wäre. Angegeben werden soll ja der Urheber, nicht der Ort, an dem man das Material gefunden hat. Ein Ersatz für die Freigabe durch den Autor kann so ein Nachweis ohnehin nicht sein, das heißt man kann nicht einfach fremdes Material (soweit es nicht ohnehin gemeinfrei ist) für eigene Zwecke nutzen, nur weil man dazu schreibt, dass man es auf Youtube gefunden hat. Ausnahmen wie sie zum Beispiel das Zitatrecht definiert bestätigen die Regel.

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      #3
      Ich sehe es ebenso wie Bernd E. - wobei ich fast davon ausgehe, dass in den erwähnten Fällen das Material von YouTube bereitgestellt wird und diese die entsprechende Rechte mit den eigentlichen Urhebern abgeklärt haben. Nur dann wäre eine solche Quellenangabe korrekt.
      Da diese Frage aber tatsächlich sehr spannend ist, habe ich sie an unseren Anwalt für Medienrecht weitergereicht. Mal sehen ob man hieraus einen konkreten Rechtsratgeber erarbeiten kann. Allerdings bitte ich hier um etwas Geduld - und freue mich auf weitere Stellungnahmen, vielleicht ja auch von Anwendern, die das schon mal konkret durchgespielt haben?
      Viele Grüße
      Joachim Sauer

      Wir freuen uns, wenn Ihr unser Portal videoaktiv.de besucht und natürlich unseren YouTube-Kanal mit jeder Woche interessanten Videos abonniert.

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        #4
        Zitat von Joachim Sauer Beitrag anzeigen
        wobei ich fast davon ausgehe, dass in den erwähnten Fällen das Material von YouTube bereitgestellt wird und diese die entsprechende Rechte mit den eigentlichen Urhebern abgeklärt haben.
        YouTube lässt sich von seinen Nutzern in den Terms Of Service breite Verwertungsrechte einräumen (Unterstreichungen von mir):
        Zitat von 6.C.
        However, by submitting Content to YouTube, you hereby grant YouTube a worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable and transferable license to use, reproduce, distribute, prepare derivative works of, display, and perform the Content in connection with the Service and YouTube's (and its successors' and affiliates') business, including without limitation for promoting and redistributing part or all of the Service (and derivative works thereof) in any media formats and through any media channels.
        Es dürfte für YouTube also nicht schwer sein, den Fernsehsendern die Nutzung von Material zu erlauben. Da dies in Zusammenhang mit der Einblendung "Quelle: YouTube" eine gute Eigenwerbung darstellt, könnte ich mir auch gut vorstellen, dass es genau so gemacht wird. Einzige Einschränkung ist das Ende der Nutzungserlaubnis, nachdem der Urheber den Film bei YouTube gelöscht hat:
        Zitat von 6.C.
        The above licenses granted by you in video Content you submit to the Service terminate within a commercially reasonable time after you remove or delete your videos from the Service.
        Bin auf jeden Fall auch gespannt, was der Medienanwalt rausfindet.

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          #5
          Zitat von Joachim Sauer Beitrag anzeigen
          Da diese Frage aber tatsächlich sehr spannend ist, habe ich sie an unseren Anwalt für Medienrecht weitergereicht. Mal sehen ob man hieraus einen konkreten Rechtsratgeber erarbeiten kann.
          Das hatte ich mir "erhofft" :bashful: Vielen Dank schon mal dafür!

          Der gesunde Menschenverstand (der sich zugegeben oft nicht mit der Rechtssprechung deckt) sagt mir, dass die großen TV-Anstalten kein Material verwenden ohne rechtssichere Quellenangabe. Eine direkte Vereinbarung mit den entsprechenden Uploadern scheint mir realitätsfremd. In der Kürze der Zeit sind die, wenn überhaupt, gar nicht zu ermitteln. Also liegt die Vermutung nahe, dass mit dem Upload auf YouTube bereits Rechte eingeräumt werden, die dann mit dem Vermerk "Quelle: YouTube" ausreichend abgegolten sind.

          Für Masochisten:
          Lest Euch mal die YouTube Nutzungsbedingungen, Punkt 10 und 11 durch. Dort geht es offensichtlich um dieses Thema.

          Ich bin nicht total verblödet - hab' sogar Abitur - aber ich verstehe da so gut wie gar nichts. Vielleicht kann das ein Jurist dechiffrieren. Für mich liest sich das so, als wäre das englische Original in den Google Übersetzer eingegeben worden.

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            #6
            Dass man Youtube das Recht einräumt, die Aufnahmen in Form einer Unterlizenzierung weiterzuverwerten, ist die eine Sache. Ich finde in den Nutzungsbedingungen aber keinen Passus, dass das ohne Nennung des Autors oder wenigstens seines YT-Namens geschehen darf. Footage- und Bildagenturen, die vom Nutzer keine Namensnennung verlangen, weisen dagegen ausdrücklich auch schon den Bildurheber darauf hin. Eine Veröffentlichung ohne Urhebernachweis bedeutet in Deutschland ansonsten üblicherweise doppeltes Honorar für den Autor.

            Auf die Stellungnahme eines Medienanwalts bin ich auch schon gespannt, danke für diese Initiative! Vielleicht könnte man bei der Gelegenheit neben Youtube auch Facebook und Twitter einbeziehen, denn auch dort werden Videos hochgeladen, die vor allem für die tagesaktuelle Berichterstattung interessant sein können. Auffallend dabei: Redaktionen aus den USA kontaktieren die Urheber dort recht oft mit der Bitte um eine Nutzungserlaubnis für die Aufnahmen. Ein reiner Selbstbedienungsladen scheint beispielsweise Twitter also nicht zu sein, denn wer fragt schon zeitaufwendig nach, wenn er es gar nicht müsste?

            Zitat von pragmatiker Beitrag anzeigen
            Lest Euch mal die YouTube Nutzungsbedingungen, Punkt 10 und 11 durch. Dort geht es offensichtlich um dieses Thema.
            Punkt 11 betrifft meines Erachtens nur die Bestandteile, die Youtube selber beisteuert, und nichts, was von Nutzern hochgeladen oder geschrieben wird.

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              #7
              Direkt bei YouTube anzufragen, ob es eine Vereinbarung mit den Fernsehsendern gibt bzw. wie Youtube diese Verwendung sieht, wäre interessant. Allerdings stelle ich mir das langwierig vor.

              Aber man könnte auch bei einem zuständigen Nachrichtenredakteur nachfragen, auf welcher Rechtsgrundlage die Verwendung der YouTube-Videos erfolgt. Der müsste das ja eigentlich wissen.

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                #8
                Google-Suche und tatsächlich was dazu gefunden!

                https://www.youtube.com/watch?v=W7IXfBUGsrQ

                Dieser Anwalt vertritt gleich am Anfang die Auffassung, dass "Quelle: YouTube" nicht ausreicht! Allerdings kann ich mir nach wie vor nicht vorstellen, dass sämtliche große TV-Anstalten Tag für Tag wissentlich Urheberrechtsverletzungen begehen. Die haben ja schließlich auch Ihre Rechtsabteilungen ...

                Und dieses Statement ist von 2013 - möglicherweise hat sich ja seither auch was getan in dieser Hinsicht.

                ... das Thema ist noch lange nicht geschlossen
                Zuletzt geändert von pragmatiker; 16.11.2017, 14:26.

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                  #9
                  Das reicht nach wie vor nicht aus. Da hat sich nichts geändert :D

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                    #10
                    Hallo zusammen,

                    "Laut Bundesgerichtshof sind Links nicht nur eine "technische Unterstützungsleistung", sondern können vom Autor auch als "Belege und ergänzende Angaben eingebettet werden". Damit unterliegen die Links dem Schutz durch die Meinungs- und Pressefreiheit. Überwiegt das Informationsinteresse, dann können solche Links auch zu rechtswidrigen Inhalten führen."

                    "2EuGH: Einbetten von Youtube-Videos stellt keine Urheberrechtsverletzung dar

                    Dasselbe gilt praktisch für alle urheberrechtlich geschützten Inhalte im Netz, die öffentlich zugänglich gemacht wurden und mittels Framing eingebettet werden. Dabei spielt es laut EuGH offenbar auch keine Rolle, ob sie mit oder ohne Zustimmung des Urhebers ins Netz gelangt sind."

                    "Der Europäische Gerichtshof hat in einem Grundsatzurteil vom 21. Oktober entschieden, dass das Einbetten auf anderen Internetseiten öffentlich zugänglicher geschützter Inhalte in die eigene Website mittels des sogenannten Framing keinen Urheberrechtsverstoß darstellt (Az. C-348/13). Der Bundesgerichtshof hatte die Frage dem EuGH in Luxemburg im Mai 2013 zur Vorabentscheidung vorgelegt (Az. I ZR 46/12)."

                    Bin kein Anwalt, habe nur mal kurz gegoogelt! Dürfte aber doch klar sein, EuGh ist die letzte Instanz und sollte somit auch für Deutschland gelten.

                    mfG. hgxmod

                    Kommentar


                      #11
                      Ums Einbetten geht es hier aber nicht, sondern ums ungefragte Verwenden fremder YouTube-Videos in eigenen Filmen. Und das ist ganz sicher nicht legal.

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                        #12
                        Hallo beiti,

                        das liest sich u.U. auch so als ob ein Framing gemeint sei, sorry einen eigenen Film drehen und in diesen Film das Youtube Video einbauen ist natürlich was anderes. Das wäre geistiger Diebstahl, weil hier ja eine echte Täuschungsabsicht besteht, als ob man den Film so selbst gedreht hätte.

                        mfG. hgxmod

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                          #13
                          Naja, Täuschung ist es ja auch nicht, wenn man (wie im Eingangspost gesagt) einblendet "Quelle: YouTube". Was es aber trotzdem nicht legal macht.

                          Kommentar


                            #14
                            Hallo beiti,

                            wir reden irgendwie aneinander vorbei, "Quelle Youtube" dann wäre der ganze Film als Iframe z.B. auf der eigenen Webseite irgendwo eingefügt und erlaubt(da ist keine Eigenproduktion mit drin), laut EuGH.

                            Wenn ich aber einen eigenen Film drehe und in diesen Film das Youtube Video reinschneide, kann keiner sehen wo das Youtube Video anfängt oder aufhört, es ist ja sozusagen im eigenen Film "versteckt".

                            Der Hinweis "Quelle Youtube" ist eine Aussage die so nicht zutrifft. Woher soll der User denn wissen, was aus dem Film von Youtube verlinkt ist und was von Dir ist? "Quelle Youtube" macht glauben, als sei der ganze Film aus der selben Quelle.

                            Lädst Du den ganzen Film z.B. auf Deinen Kanal hoch, schaffst Du ein neues Werk, Dein Werk, was aber nur zum Teil Dein Werk ist.
                            Ist NUR das Youtube Video als Iframe eingebunden, also Solo, dann ist es erlaubt.

                            Letzteres ist aber, richtig, was anderes.

                            Die "Täuschung" besteht darin, wenn nicht erkennbar ist, was von Dir ist und was aus der Fremdquelle.

                            mfG. hgxmod

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                              #15
                              Zitat von hgxmod Beitrag anzeigen
                              "Quelle Youtube" dann wäre der ganze Film als Iframe z.B. auf der eigenen Webseite irgendwo eingefügt und erlaubt(da ist keine Eigenproduktion mit drin), laut EuGH.

                              Wenn ich aber einen eigenen Film drehe und in diesen Film das Youtube Video reinschneide, kann keiner sehen wo das Youtube Video anfängt oder aufhört, es ist ja sozusagen im eigenen Film "versteckt".
                              Vom Einbetten/iFramen war im Eingangspost nie die Rede. Es ging von Anfang an um Nachrichten im Fernsehen:
                              Zitat von pragmatiker Beitrag anzeigen
                              Im TV oft zu sehen: Ausschnitte aus YouTube Videos in redaktionellen Beiträgen - unten steht zu lesen: "Quelle: YouTube"
                              Reicht diese Angabe, um Auszüge aus YouTube Videos in eigenen Beiträgen verwenden zu können?
                              Nach meiner Erinnerung handhaben die Sender das so, dass während des gesamten geklauten Clips die Einblendung "Quelle: YouTube" aufrechterhalten wird. Man erkennt also durchaus, welcher Teil des Beitrags aus YouTube übernommen wurde.
                              Eine Täuschung in dem Sinne, dass das Material als selbstgedreht hingestellt wird, liegt also nicht vor. Das ändert aber nichts daran, dass es ohne Genehmigung verwendet wird.

                              Meine Einschätzung ist, dass diese Einblendung gar nicht zur Rechtfertigung der illegalen Verwendung gedacht ist (das funktioniert eh nicht), sondern eher journalistisch begründet ist. Man will klarstellen, dass das Material nicht aus einer Sender-eigenen (oder anderweitig verlässlichen) Quelle stammt, sondern von "irgendjemandem" hochgeladen und inhaltlich noch nicht verifiziert wurde.

                              Meist geht es ja um Material aus Krisengebieten oder von Unglücksfällen, von denen kein "offizielles" Videomaterial verfügbar ist. Die Zuschauer wollen schnell was sehen. Da muss der Redakteur dann abwägen, ob er das Risiko einer Urheberrechtsverletzung eingeht oder zunächst eine langwierige Klärung der Rechte anstrebt; im letzteren Fall kommt er natürlich für die Tagesschau zu spät, und einen Tag später ist das Video schon wieder uninteressant...

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