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VA-News - Loilo Inc Loiloscope 2: Videoschnittprogramm spricht Deutsch

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    VA-News - Loilo Inc Loiloscope 2: Videoschnittprogramm spricht Deutsch










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    Das relativ junge japanische Unternehmen LoiLo bringt nun die Videoschnittsoftware Loiloscope 2 in einer deutsche Fassung. Loiloscope 2 unterstützt Intel Media SDK 2.0, so dass die Programmierer mit den Intel Core Prozessoren der 2. Generation (Intel Core i3, i5, i7) besonders hohe Leistung bei der Verarbeitung von MP4-Dateien, YouTube und Facebook-Videos und DVD/Blu-ray-Videos versprechen.
    Gleichzeitig soll die Software dank GPGPU-Engine, einer auf ...





    #2
    Ein vorgezogener Weihnachtswunsch

    So sehr es mich freut, dass ein japanisches Videoschnittprogramm auch deutsch spricht, so sehr würde ich mir wünschen, dass eine professionelle Videoschnitt-Software in Deutschland entwickelt würde, die auf 'Augenhöhe' mit den 4 grossen 'Amerikanern' Adobe Premiere, Apple Final Cut, Sony Vegas und Avid Media Composer wäre.
    Sicher, es gibt von Magix mit Video Pro X einen solchen Versuch. Ich habe diese Software bisher allerdings nicht ausprobiert und sie wird auch nicht in einem Zug mit den etablierten, 'grossen' 4 (oder 5, wenn mann auch Grass Valley Edius noch dazuzählen möchte) genannt (was nicht ist, kann natürlich noch werden).
    Zudem ist da noch 'Lightworks', ein Open Source Projekt für professionellen Videoschnitt, das ich ebenfalls zuwenig kenne, um etwas darüber zu schreiben.

    Ich schneide meine Videos mit Final Cut und war deshalb nicht besonders erfreut, als Apple Mitte dieses Jahres von einem Tag auf den anderen das bewährte Tool durch einen (angeblich) 'revolutionären' Neuzugang namens Final Cut Pro X ersetzte, der erhöhte Performance bei reduzierter Funktionalität bot.

    Ich hoffe nach wie vor, dass Apple den Quellcode von FCP 7 bis Ende Jahr zum Kauf freigibt (so wie es die Petition zum Erhalt von FCP 7 vorschlägt) und dass sich eine Gruppe um die 40, im Vorfeld von FCP X entlassenen, ehemaligen Apple FCP 7-Programmierer mit der nötigen finanziellen Unterstützung dafür begeistern kann, Final Cut Studio weiterzuentwickeln.

    Aber um in Zukunft etwas unabhängiger von den Launen 'revolutionärer' Geister jenseits des Atlantiks zu sein und einfach auch mehr Alternativen zu haben, würde ich mir eigentlich wünschen, dass ein mutiges, cleveres und weitsichtiges Startup-Unternehmen in Deutschland den Schritt wagen würde, eine Video-Schnittsoftware für Profis zu entwickeln.

    In die man dann statt des immer verspielter und manierierter anmutenden 'Disneyworld'-Look von Final Cut einen etwas nüchternen, europäischen 'Touch' einbringen könnte.

    Schlichte Oberfläche, einfache, intuitive Bedienung (die 2 Punkte scheinen mir essentiell !), dennoch kopmplette Funktionalitöt und Konfigurierbarkeit, ohne sich total in Details zu verlieren, und vielleicht ein paar geniale 'Workflow Shortcuts' - das wöre etwa das, was ich mir dabei vorstelle.

    Und hoffen, dass dies alles möglich wäre, lässt mich dabei der Erfolg der deutschen Audio-Software auf dem Weltmarkt: Steinberg mit der VST Audio-Schnittstelle (mittlerweile Yamaha), Logic (ob unabhängig oder mit Apple) sind klingende Namen, und zusätzlich gibt es viele weitere, kleinere Unternehmen mit qualitativen Nischenprodukten. An der Vision zu guter Software und der Fähigkeit, sie umzusetzen, scheint es also nicht zu mangeln !

    Ich wünsche mir also, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft ein deutsches (europäisches) Team von Video-Enthusiasten und Programmierern zusammenfindet, das es besser (oder anders) macht, als Randy Ubillos Apple-Team mit Final Cut X !

    Kommentar


      #3
      'Stay hungry, stay foolish !'

      Um meinen Beitrag oben noch etwas zu konkretisieren:

      Im Prinzip ist jede Schnittsoftware geteilt in zwei unabhängige Bereiche:
      Einerseits ist da das User Interface (UI), die Schnittstelle zum Benutzer, und andererseits ist da das unsichtbare Innenleben, quasi der 'Motorraum'. Dieses interne, virtuelle 'Räderwerk', bestehend aus hoffentlich schlau verfassten Programmzeilen, sorgt dafür, dass Formate richtig erkannt und, falls nötig, aufbereitet werden, dass Audio und Video synchron zueinander laufen, dass die 'Buchhaltung' für jede Änderung in der Timeline so penibel geführt wird, dass man bei Bedarf auch mal 50 Schritte zurückgehen kann, um wieder von vorne zu beginnen. Im Prinzip ist dieser interne Teil des Programms nochmals zweigeteilt: In einen tabellarischen Verwaltungs-Teil (beim Stichwort 'Tabelle' denkt man natürlich an 'Excel', das solche Daten sehr flexibel bearbeiten könnte, aber leider bisher in keinen Editing-'Workflow' z.B. zum Export und Re-Import von Tabellendaten, inkl. Re-Linking von verlorenen Clip-Pfaden, integriert wurde), der sämtliche Clips erfasst, ihre Formate, ihe Dauer, ihre In- und Out-Zeiten in der Timeline, die auf sie angewandten Effekte wie Überblendungen, Filter etc. etc.. Und in einen audiovisuellen Ausgabe-Teil, der alle Einstellungen und Änderungen jederzeit sowohl in der 'Roh'version (Entstehung) als auch im Ergebnis sichtbar und hörbar machen kann.

      Eine Herausforderung für eine Schnittsoftware ist es, die bestehenden und zukünftigen HD-Formate mit vernünftigem Hardwareaufwand flüssig schneiden zu können. Wir sind bereits bei 4K-Bildbreite und landen vielleicht irgendwann bei 8K oder sogar 16K - wer weiss ?
      Es kommen also gewaltige Datenmengen auf die Computer zu, und damit eine Schnittsoftware sie schnell bearbeiten kann, sind ein paar grundsätzliche Fragen zu beantworten:

      Will man mit einer 'Open Format' Timeline arbeiten, d.h., beliebige Formate können 'native' in ein und derselben Timeline bearbeitet werden ? Erst beim Rendering wird alles in das Ausgabeformat umgerechnet.
      Oder soll man, wie z. B. Avid dies tut, alle importierten Clips zunächst in ein proprietäres Format umrechnen, bevor sie überhaupt in die Timeline gelangen ? Vorteil: Einheitlichkeit, Stabilität, Genauigkeit. Nachteil: Zeitaufwand, zusätzlicher Speicherplatz nötig.

      De facto ist es bereits jetzt so, dass die stark komprimierten HD-Formate (diejenigen mit 'interframe'-Kodierung, also z.B. H264) VOR dem Import in eine Timeline zunächst in ein editierbares Format gebracht werden, also z.B. Appple ProRes, unkomprimiertes HD, Motion-JPEG-basiertes Einzelbild-kodiertes HD, Avid DNxHD, um anschliessend flüssig bearbeitet werden zu können.

      Beschleunigen lässt sich der Schnitt solcher HD-Formate - ausser durch intelligent programmierte Software - auch durch Zugriff auf Hardware wie den Chip der eingebauten Grafikkarte als Rechenhilfe oder durch extern angeschlossene Prozessoren, wie z.B. AVIDs Hardware-Boxen, die sowohl fürs Echtzeit-Umrechnen von Formaten als auch für die Ausgabe der 'Timeline' auf externe Bildschirme zuständig und eng mit der Schnittsoftware 'verzahnt' sind.

      Eine weitere Frage ist, wie weit man 'Audio' gleichberechtigt mit 'Video' in einer Schnittsoftware berücksichtigen will.
      Hier gibt es unterschiedliche Ansätze - einer ist die Verbindung zu einem externen Audio Editor.
      Final Cut Studio holte sich hier Unterstützung von 'Soundtrack Pro', einem Mehrspur Audio Editor, der mit dem Erscheinen von Final Cut Pro X leider verschwunden ist, Avid Media Composer hat mit 'Pro Tools' ebenfalls einen Multitrack Editor zur Seite, und Adobe Premiere wird mehrspurig von 'Audition' unterstützt.

      Einen anderen Ansatz hat Sony 'Vegas'. Von der Entstehungsgeschichte her ein Audioprogramm der amerikanischen Firma 'Sonic Foundry', hat es sich über all die Jahre öusserlich so wenig verändert, dass man als 'Sonic Foundry' Vegas Editor aus der Vergangenheit - mit einer Zeitmaschine in die Gegenwart versetzt - 'Sony' Vegas wohl sofort bedienen könnte.

      Diese Software erhält ebenfalls Unterstützung durch einen externen Audio Editor namens 'Sound Forge'. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Programmen, ist dies allerdings ein 2-Spur Audio Editor.
      Der Grund dafür: Sony Vegas SELBST ist ein Mehrspur Audio-Editor (mit zusätzlichem Videoteil) !
      Und zwar ein ausserordentlich funktioneller und flexibler:
      Effekte können sowohl auf einzelne 'Clips' als auch auf ganze 'Tracks' und 'Busses' angewandt werden. Ein 'Bus' (er heisst z.B. 'A' oder 'B') kann wiederum beliebigen Spuren zugeordnet werden (bzw. jede Spur einem beliebigen Bus).

      Beispiel:
      Bus 'A' wird mit Hall versehen und den Spuren 1+2 sowie 5+6 zugeordnet.
      Bus 'B' wird mit einer generellen Lautstärke-Anhebung versehen und im Bassbereich mittels EQ etwas abgesenkt. Er wird den Spuren 3+4 sowie 7+8 und 9+10 zugeordnet.

      Eine weitere Besonderheit von Vegas: Verschiedene Versionen (engl. 'Takes') von einem Clip bleiben dem Clip zugeordnet und jederzeit abrufbar.

      Beispiel:
      Von einem Audio Clip mit Sprache werden verschiedene Versionen gerendert: Einmal mit etwas Hall, dann mit weniger Bass, dann mit betonten Höhen, letztlich mit weniger Bass, Hall und leichtem 'Time Strechtching', damit der Ton zum Bild passt.
      Jede dieser 4 gerenderten Versionen ist mit Rechts-Klick auf den Original Clip aktivierbar, so dass sie die zur Zeit gültige Version in der Timeline darstellt.
      Praktisch, oder ?

      Es blieben noch x andere Aspekte zu erwähnen. Ich stoppe hier.
      Warum ich das alles schreibe ?

      Einfach, um einen Eindruck zu vermitteln, wie komplex und spannend das Gebiet 'Video Editing' ist.
      Und gerade weil ein so vielseitiges Gebiet ein Tummelfeld wäre für Mathematiker, Logiker, Software- und Hardware-Ingenieure, Visonäre und Realisten des Umsetzbaren, Videokünstler und Videotechniker etc. etc., gerade deshalb wünschte ich mir, dass sich ein paar 'verrückte' Idealisten zusammenfinden würden, um das scheinbar Unmögliche zu versuchen und gegen die etablierten 'Platzhirsche' anzutreten: Im Austausch mit Berufspraktikern aus dem Video-Umfeld die Entwicklung einer professionellen Videoschnitt-Software von Grund auf zu durchdenken und umzusetzen. Dabei muss man das Rad nicht überall neu erfinden und könnte bereits Bestehendes, das sich bewährt hat, integrieren, hötte aber auch die Freiheit, neue Wege zu suchen, sowohl was die Bedienungsoberfläche und den Arbeitsablauf als auch die Technik 'unter der Haube' betrifft.
      Vielleicht sollte man sich wirklich Steve Jobs' (dessen mitverantwortete Absetzung von Final Cut 7 zugunsten von Final Cut X ich kritisiert habe) Motto 'Stay hungry, stay foolish !' zu Herzen nehmen und es einfach mal auf einen Versuch ankommen lassen, es besser zu machen !


      P.S.:
      Sorry für die Schreibfehler (da habe ich zweimal die 'ö'- statt die 'ä'-Taste erwischt oder die 2'n' von 'wenn' gleich auf 'man' übertragen) in meinem ersten Beitrag und für allfällige sachliche Fehler oder Ungenauigkeiten im obigen Beitrag. Es ging mir zwar auch um Details, aber mehr noch um die Aussage am Schluss !

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