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Format-Dschungel, Container und Unmengen an Camcordern - Entscheidungshilfe gesucht

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    Format-Dschungel, Container und Unmengen an Camcordern - Entscheidungshilfe gesucht

    Guten Tag, ich benötige verständliche Unterstützung bei der Wahl eines zukünftigen Formats bzw. Codecs bzw. Containers. Ich bin an sich Fotojournalist (seit 30Jahren) und in den vergangenen 2 Jahren ist die gewerbliche Fotografie mit Videoproduktionen (Unternehmensdar-stellungen, Tourismus, Industrie) ergänzt worden. Gearbeitet habe ich dabei ohne fundiertes Detailwissen mit gemieteten DVC-Pro HD (Panasonic), DVCAM (Sony) und zuletzt mit avchd per Sony NEX VG30. Jetzt will ich mir eine eigene Kamera kaufen und stehe zunächst vor der Grundsatzentscheidung des Aufzeichnungsformats. Tendenz: kein Band, sondern Speicher.
    Die AVCHD Qualität empfand ich als überzeugend, wenn auch etwas schwergängig bei der Bearbeitung, als Ausgabematerial zur Weitergabe nach dem Schnitt auf DVD habe ich wmv bzw. mp-4 (h.264) gewählt. Schärfe, Brillanz der Videos mit avchd Ausgangsmaterial war mit Abstand das Beste, auch bei Projektion auf Großbildleinwand per Beamer. Nun habe ich eine Verwertungsanfrage einer Agentur, die umständehalber Videos von mir möchte, dies jedoch im XD-cam oder P2 Format oder ein anderes h.264 Format (habe ich leider nicht notiert), wenn mit mindestens 50mbit/s aufgenommen wurde. Wie auch immer - eine solche Anschaffung ist mir fürs "erste Mal" aber viel zu teuer. Einzige entdeckte Alternative ist die Canon xf 100, die aber laut Videoaktiv Schwächen hat, die andere Cams, bspw. XA25 oder Xa10 nicht haben. Wenn ich den Hintergrund der Anforderungen verstanden habe, dreht es sich um eine bessere partielle Bearbeitungsmöglichkeit - also ich bin völlig verwirrt und weiß jetzt nicht mehr genau, welchen Weg ich einschlagen soll. Das avchd bei mir so perfekt aussieht, kann ja auch im Kamerazusammenhang betrachtet werden. Wer empfiehlt mir was und warum, verständliche Ratschläge könnten mich jetzt weiterbringen. Gibt es Aufnahmeformate mit gleicher optischer Qualität wie avchd? Oder welche Kamera bietet h.264 Codec mit mp-4? Oder was habe ich jetzt im Kern völlig missverstanden?

    #2
    Wenn du XDCAM HD422 liefern sollst (das meint die Agentur offenbar, wenn sie von XDCAM spricht), dann ist die Canon XF100 in der Tat der preisgünstigste Einstieg in dieses Format. Alle anderen Camcorder schlagen mit mindestens 1000 Euro mehr zu Buche und nach oben ist die Grenze relativ offen.
    Alternativ könntest du einen externen Rekorder an eine Kamera hängen, die selber die Kriterien nicht erfüllt, denn dann sorgt der Rekorder mit seiner Aufzeichnung für das höherwertige Format. Der Klassiker hierfür ist seit Jahren der nanoFlash, der aber schon alleine soviel kostet wie eine ganze XF100. Heute bieten sich die günstigeren Rekorder Ninja Blade oder Samurai Blade von Atomos an, die relativ gering komprimiert in ProRes oder DNxHD aufnehmen. Aus diesen Formaten - beide sind Branchenstandard - kann man hinterher am Rechner leicht in das vom Auftraggeber gewünschte Zielformat umwandeln. Der nanoFlash zeichnet direkt in XDCAM HD422 auf.
    P2 ist übrigens ein Speicherkartensystem von Panasonic, auf dem eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Formaten sein kann. Wenn die Agentur das verlangt, ist Nachfragen angesagt, denn P2 definiert in keiner Weise eine Aufnahmequalität. Ähnlich verhält es sich mit h.264, das zwar ein Codec ist, jedoch einer, der in unzähligen Varianten unterwegs ist. Eine davon ist AVCHD.

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      #3
      Formate, Codecs und Co

      Hallo Bernd, danke. Ich denke, das sich alle Kosten durch die Verwertungsagentur nicht kurzfristig decken. Den Hinweis auf die Rekorder habe ich nicht verstanden, ich habe noch nicht einmal verstanden, was und womit diese Rekorder etwas aufnehmen. Sorry.
      Aber ist es richtig, dass der Codec für die Qualität zuständig ist und nicht der Container? Wenn ich also die Brillanz und Schärfe der Sony Nex erreichen will, muss ich eine Cam mit Aufnahmeformat suchen, die mit h.264 Codec aufnimmt? Nun ist es doch aber so, dass AVCHD im MP-4 Container steckt, oder nicht? Mit Verlaub, was kann ich denn für Rückschlüsse aus deinem Hinweis der verschiedenen Varianten schließen bzw. wenn ich die erwähnte h.264 Codec Qualität will, aber nur ungern die avchd Variante wählen möchte, was bleibt mir dann im Kameramarkt unter 2500 Euro?

      Ist denn h.264 tatsächlich immer hochwertiger, als bspw. DVCPro mit meistens MP-2 Aufnahmecontainer oder andere Aufnahmeformat und was ist der professionelle Unterschied von XDCam? Lediglich die andere Komprimierung und die Möglichkeit der besseren Nachbearbeitung? Worin liegen die relevanten Unterschiede? Ich muss zugeben, ich verstehe das nicht und kann keine Grundsatzentscheidung fällen. Danke für hilfreiche Antworten

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        #4
        Zitat von hpjohnny Beitrag anzeigen
        Den Hinweis auf die Rekorder habe ich nicht verstanden, ich habe noch nicht einmal verstanden, was und womit diese Rekorder etwas aufnehmen.
        Im Prinzip geht es um Folgendes: Wenn du keine Kamera hast, die das verlangte Format aufnehmen kann, dann zeichne auf einem separaten mit der Kamera verbundenen Rekorder auf, der dieses Format oder ein noch besseres beherrscht. Begründet ist das darin, dass die meisten Camcorder - und vor allem die in unteren und mittleren Preislagen - eine bessere Bildqualität über den HDMI- bzw. HD-SDI-Ausgang schicken, als sie intern aufnehmen können. So bekommt man im Rekorder zum Beispiel ProRes-Material, obwohl der Camcorder selber vielleicht nur das hochkomprimierte und wenig für die Nachbearbeitung geeignete AVCHD auf die Speicherkarte schreibt. Schau dir bei Gelegenheit einfach die oben verlinkte Ninja-Webseite an: Dort sind eigentlich alle wichtigen Informationen zum Thema Rekorder zu finden.

        Zitat von hpjohnny Beitrag anzeigen
        Aber ist es richtig, dass der Codec für die Qualität zuständig ist und nicht der Container?...Ist denn h.264 tatsächlich immer hochwertiger, als bspw. DVCPro
        Richtig, der Codec entscheidet über die Bildqualität. Da es genaugenommen aber wieder um die im jeweiligen Einzelfall vom Hersteller verwendete Implementierung des Codecs geht, ist der Gedanke "h.264/MPEG4 ist besser als MPEG2" nicht immer und absolut zutreffend. Abhängig zum Beispiel von der Datenrate kann das ältere und weniger effizient arbeitende MPEG2, wie es in XDCAM HD422 steckt, durchaus ein besseres Ergebnis abliefern als das moderne h.264.
        DVCPRO oder das Sony-Gegenstück DVCAM sind beim Vergleich zwangsläufig arg im Nachteil, weil sie nicht einmal HD-Auflösung besitzen. Solche SD-Formate dürften heute nur in Ausnahmefällen überhaupt noch eine Rolle spielen, und bei Neuanschaffung einer Kamera kann man sie hier außer acht lassen.

        Zitat von hpjohnny Beitrag anzeigen
        wenn ich die erwähnte h.264 Codec Qualität will, aber nur ungern die avchd Variante wählen möchte, was bleibt mir dann im Kameramarkt unter 2500 Euro?
        Da bin ich nicht im Bild, aber es gibt zumindest AVCHD-Camcorder, die zusätzlich eine MPEG4-Einstellung an Bord haben und auf diese Weise die Datenratenbegrenzung von AVCHD umgehen. Die Canon XA20 ist so ein Kandidat, der mit bis zu 35 Mb/s arbeiten kann (AVCHD endet bei 24 bzw. 28 Mb/s), doch preislich liegt die XA20 fast auf XF100-Niveau.
        Vielleicht kommt ja auch eine videotaugliche DSLR für dich in Frage? Diese Kameras filmen ebenfalls meist mit h.264.

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          #5
          Dschungel lichtet sich

          HERZLICHEN Dank, das ist perfekt erklärt, sehr verständlich und trifft genau mein bisheriges Verständnisproblem. Toll, dass Du dir die Zeit genommen hast und die richtigen Worte gewählt wurden. DSLR kommt an sich weniger in Betracht, zumal ich mit Nikon DX umfangreich ausgestattet bin. jedoch hat Nikon den Anschluss an den Videosektor verpennt. Also scheint es so zu sein, dass sich h-264 in den Fokus rückt, ich verstehe jetzt jedoch erstmals auch, warum HDMI bzw. HD-SI Ausgang wichtig sein kann. Wobei ich hierbei noch nicht alles verstehe, aber es erscheint mir für meine Zwecke perfekt zu sein. Ich muss jetzt mal prüfen, welche meiner Kamerakandidaten sich eignen. Die XA-20 bzw. 25 stehen ja schon auf meiner "Prüfliste". Ich bin jetzt wahrlichen einen sehr goßen Schritt weiter, nichmals DANKE und wenn sich noch ein Tipp oder Hinweis ergibt: Bin ein dankbarer und aufmerksamer Schüler!

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            #6
            Ergänzungsfrage

            Gibt es alternativ zu Ninja Erfahrungen mit "Blackmagic design Hyperdeck"?

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              #7
              Persönlich habe ich keine Erfahrung damit, aber die Gründe, warum ich keine habe, helfen dir vielleicht auch bei der Entscheidung. Der Hyperdeck Shuttle 2 punktet auf jeden Fall mit seinem Preis, denn billiger kommt man kaum an ProRes, DNxHD oder gar unkomprimiertes Material. Was man an Geld spart, zahlt man meines Erachtens jedoch an Umständlichkeit beim Einsatz wieder drauf: So ist der Akku festeingebaut und mit rund einer Stunde Aufnahmezeit ziemlich schwach. Man betrachtet ihn also besser nur als Reserve und versorgt den Rekorder ansonsten mit 12V von außen. Das verlangt üblicherweise nach V-Mount- oder Anton Bauer-Akkus, die groß, schwer und samt Ladegerät auch recht teuer sind. Bei stationären Einsätzen in der Nähe einer Steckdose tut's auch das Netzteil.
              Der zweite Knackpunkt: Da dem Shuttle ein Display fehlt, ist man beim Dreh quasi im Blindflug unterwegs, bekommt keine bzw. nur eine höchst rudimentäre Anzeige der noch möglichen Aufnahmedauer, und man braucht einen Computer, um via hauseigener Software auch nur ein anderes Aufnahmeformat auszuwählen. Vom Bedienkomfort oder Ausstattungsumfang eines Ninja oder Samurai ist der HyperDeck Shuttle sehr weit entfernt.
              Wer im Studio dreht oder mit Team an einem "richtigen" Filmset, für den sind die genannten Mankos eher kein Hinderungsgrund; erst recht nicht, wenn unkomprimierte Aufnahmen gefragt sind, die Ninja und Samurai gar nicht liefern können. Für mich als in diesen Fällen Einzelkämpfer mit Interesse an ProRes überwiegen jedoch die Nachteile des Shuttles seine Stärke bei weitem.

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                #8
                Dein Containerformat Problem ist gar keins, du kannst den H.264 Datenstrom ohne Verluste beliebig neu verpacken, z.B. mit der Freeware Xmedia Recode.

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                  #9
                  Also wenn ein externer Atomos Rekorder angeschafft werden soll, dann würde auch ich für die HDMI-Schnittstellen heute eher den Ninja Blade statt des Ninja 2 empfehlen. Einfach, weil der die viel besseren Einstellmöglchkeiten hat.

                  Wobei es natürlich grundsätzlich auch noch den preiswerterern Ninja2 gäbe - aber das rechnet sich gerade für einen professionellen Einsatz langfristig nicht das schlechere Gerät zu nehmen.
                  Lieben Gruß,
                  Wolfgang
                  http://videotreffpunkt.com

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                    #10
                    Hallo hpjohnny! Es gibt viele Klassen des h.264 Codecs. Einer davon ist im AVCHD-Container drin. In dem Container ist neben dem Video noch der Ton und weitere Infos verpackt.

                    H.jpg

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